Montag, 17. November 2014

Behemoth

"Diese hier nur kursorisch wiedergegebenen Zusammenhänge zwingen dazu, in Erwägung zu ziehen, dass eine existenzielle Bedrohung Israels nicht allein aus einem isolierten Staat, sondern vielmehr aus einem dynamischen und widersprüchlichen Prozess verschiedener eliminatorischer Akteure entstehen könnte, welche wechselseitig die gesellschaftlichen und militärischen Voraussetzungen für einen massiven Angriff auf Israel schaffen. Die Bedeutung des ISIS für Israel würde daher nicht, wie bornierte Analysten meinen, in seiner konventionellen Schlagkraft liegen (die ohnehin konsequent unterschätzt wurde), sondern in seiner Rolle als Katalysator zu einer rapiden Eskalation der Verhältnisse, welche (dies wird konsequent ausgeblendet) allein eine beispiellose Zunahme der militärischen und politischen Macht, der zwei schlimmsten Feinde Israels, der Türkei und des Iran, zur Folge hatte. Kampf den ISIS ist nicht gegen Kampf der IRI aufzurechnen. Im Gegenteil deutet alles darauf hin, dass die Gleichgültigkeit des Westens gegenüber der Aggression von AKP, Muslimbruderschaft, al-Qaida und ISIS den Einfluss des Iran hat stärken müssen, weil derart einerseits Assad und der Iran sich als Gegner von al-Qaida/ISIS profilieren konnten und die syrischen Rebellen dem Einfluss von AKP, Muslimbruderschaft und den Golfstaaten ausgeliefert wurden, was eine zentrale Ursache für deren Niedergang im Jahr 2013/2014 war."

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